National Roaming, oder: Warum drei Wasserhähne pro Haus unnütz sind

14. Juli 2021
Sendemast

Roaming ist den meisten Handybesitzern vermutlich vor allem als internationales Roaming bekannt. Sind Sie im Ausland unterwegs, wählt sich das Handy oder Smartphone hier automatisch ins Mobilfunknetz eines örtlichen Anbieters ein. Das Handy lässt sich so auch im Ausland nutzen. National Roaming bedeutet nun nichts anderes, als das ein Mobilfunkanbieter das Netz eines anderen Anbieters im gleichen Land nutzt.


Man stelle sich vor die deutschen Autobahnen wären wie die Mobilfunk-Infrastruktur


Auf viel befahrenen Strecken, wie Hamburg-Berlin, würde jeder Anbieter eine große Autobahn bauen. Im ländlichen Raum würde mal der eine oder der andere Anbieter eine Autobahn haben, zumeist eher Landstraßen, teilweise nur Schotterpisten – und jetzt kommt das beste: Sie dürfen nur die Autobahn ihres Anbieters nutzen! Wenn ihr Anbieter gerade keine Autobahn hat, kaufen Sie sich doch noch einen 2. Autobahnvertrag bei einem anderen Anbieter oder fragen Sie einen Freund ob sie mal telefonieren.. äh mitfahren dürfen.
Zur Sache: Die Mobilfunk-Infrakstruktur ist fundamentaler Bestandteil der Digitalisierung. Bereits 2014 hat der mobile- den stationären Datenverkehr weltweit überholt. Die Tendenz ist weiterhin steigend. Während im stationären Datenverkehr (DSL) die Telekom inhand gehend mit der damaligen Privatisierung ihre Kupfer- und Glasfaserstruktur auch anderen Anbietern kostenpflichtig zur Verfügung zu stellen muss, ist Mobilfunk ein unkontrollierter Markt der ausschließlich den Interessen der Telekommunikationskonzerne dient.
Neben Wasser, Strom und Heizung gehört eine gute Internetanbindung im Zeitalter der Digitalisierung zur Grundversorgung. Man stelle sich vor jeder Stromanbieter hätte eigene Netze und würde diese nur seinen Kunden zur Verfügung stellen – absurd!
Wir fordern verpflichtendes »National Roaming«, was bedeutet, dass wenn mein Anbieter kein Netz hat, ich auf das Netz des anderen Anbieters zugreifen kann um somit durchgehend versorgt zu werden. Alternativ ist auch eine Telekommunikations-Infrastrukur in staatlicher Hand ebenfalls ein denkbares Szenario. Denn final müssen wir eines beenden: Spielball der großen Telekommikationskonzerne zu sein! Eine gute, stabile, sowie finanzierbare stationäre und mobile Internetanbindung für jede Bürgerin und Bürger muss der Anspruch sein wenn man das Thema Digitalisierung ernst nimmt – und nicht leeres Lobby-Phrasen-Gedresche was Digitalisierung auschließlich auf das Thema Glasfaserausbau limitiert.